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Update 26.12.2007 !
Anschaungsmodelle von Janusz Dymurski
MODELLBAU - PAPIER

 












    Hannoversche Allgemeine Zeitung 09.12.1999     

Papierbrücke trägt locker ein Kilo Zucker

 

Manchmal hat er morgens rote Augen gehabt. Zu wenig Schlaf. Oft hat er auch in der Wohnstube geschlafen.
Dicke Luft in seinem Zimmer. Zweimal hat er sogar die schule ausfallen lassen. Vor Erschöpfung. Aber heute
sind alle Qualen vergessen, denn sein Ziel hat Janosch D. erreicht:

Brücken als Modelle nachgebaut. Und weils so schön war, hat er den Telemax am Weidetor sozusagen als
Zugabe gleich noch mit gefertigt. Schuld daran ist eine unglückliche Liebe. Als vor zwei Jahren die Beziehung
mit deiner Freundin in die Brüche ging, hatte Janosch erst Herzschmerz und dann Langeweile. Also fuhr er mit
seinem Fahrrad am Mittellandkanal spazieren - und war faszieniert von den neuen Brücken entlang der
Wasserstraße. Am nächsten Tag kam der 17-jährige mit seinem Fotoapparat wieder, um Vorlagen für seine
Bastelei zu haben. Als ich die erste Brücke fertig hatte, habe ich Lust bekommen, auch die anderen nachzu-
bauen, beschreibt der Schüler sein ungewöhnliches Hobby. Dafür ist er kreuz und quer durch die Stadt gefah-
ren, von der Podbielski- bis zurSchierholzstraße, vom Großen Kolonnenweg bis nach Alt-Vinnhorst, vom
Eulenkamp bis zur Tannenbergallee. Rote Augen hatte er, weil er oft Nachtschichten eingelegt hat, im Wohn-
zimmer schlief er, weil sein Zimmer nach Farbe roch. Selbst Ärger mit seiner Mutter hat er auf sich genommen.
wenn sie mich zu Festen itnehmen wollte, habe ich nein gesagt, dann war sie meistens böse, lacht Janosch in
sich hinein. Eineinhalb bis zweieinhalb Monate habe er für eine Brücke gebraucht. Mit viel Liebe zum Detail
hat er auf der Bodenplatte aus Holz nicht nur das Wasser blau angemalt, sondern sich in eimem Geschäft für
Modelleisenbahnen Gras, Gleise, Bäume und Verkehrsschilder gekauft. Der rest ist komplett aus Papier,
Pappe und etwas Draht. Aber stabil. Da kann man ein Kilo Zucker drauflegen, das hält, schwört Janosch.
Selbst die Aussparungen an den Brückengeländern stimmen mit den Originalen überein. Das sind genau 980,
die habe ich alle nach gezählt, betont der 17-Jährige aus dem Sahlkamp. Für Janosch, Fachlehrer Wilhelm
Grote ist so viel Beharrlichkeit und Eigeninitiative bei der Umsetzung einer Idee eine tolle Leistung. Das fließt
natürlich in die Zensur im Fach Technik ein. Bei der Adventswerkstatt in der Schule wollten Besucher schon
die eine oder andere ausgestellte Brücke als Weihnachtsgeschenk kaufen. Doch noch will Janosch sie nicht
her geben. Mir wäre lieber, wenn sie im Rathaus oder im Sprengel-Museum stehen könnten, meint der 17-
Jährige. Vielleicht habe ja auch die Wasserschifffahrtsdirektion Interesse. Droht jetzt, wo die Brücken fertig
sind, wieder Langeweile? Mitnichten, das nächste Projekt keimt schon. Ich will meine Schule nachbauen.

Quelle: HAZ


Neue Presse 04.12.1999

Freundin weg - Da bastelt er Brücken aus Papier

Wer die neuen Brücken über den verbreiterten Mittellandkanal miteinander vergleichen will, muss schon eine
Odyssee durch Hannovers Norden unternehmen. Oder er besucht einfach die Schule (Hannover-Buchholz):
Hier stehen in der Bibliothek verblüffend eindrucksvolle Modelle fast aller Brücken - gebaut von Schüler
Janosch D. Die Nachbauten waren die Sensation der Adventsfeier der Schule. Eltern, Besucher, lehrer und
Schüler bestaunnten sie. Die ganze schule ist stolz auf Janosch. Kurios ist die Vorgeschichte: Eigentlich hatte
es mit einer Enttäuschung angefangen. Nach der Trennung von einer Freundin setzte sich Janosch aufs Fahr-
rad, fuhr viel durch die Gegend - vor allem am verbreiterten Kanal entlang.

Viel Arbeit...

Vor gut zwei Jahren, im Oktober 1997, machte sich der stille Junge an die Arbeit. Ich bin rumgefahren, habe
viele Fotos gemacht und Zeitungsausschnitte gesammelt, erzählt der 17-Jährige. Er ist vor zehn Jahren mit
seiner schlesischen Familie aus Ratibor (Polen) nach Hannover gekommen.

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.. mit Augenmaß

Mit Lineal und Augenmaß, einfachen Materialien wie Pappe, Papier, Draht und Farben schuf er die Nach-
bildungen. Seine Liebe zum Detail fasziniert Betrachter dieser Brücken, fehlende geometrische Perfektion
verstärkt eher den Eindruck von einer leidenschaftlichen Arbeit. Ich habe nur geguckt und geschätzt.
Manchmal habe ich Nachtschichten eingelegt und an Wochenenden bis zu 14 Stunden gearbeitet., bekennt
Janosch. Seine Lieblingsbrücke ist die Podbi-Überquerung, an der Brücke Beneckeallee arbeitet er noch.
Für Schulleiterin Dietrun Freiesleben ist die Leistung des Jungen von besonderer Bedeutung: Sie macht auch
anderen Schülerinnen und Schülern Mut. Für Janosch, der nebenbei noch den Telemax nachgebaut hat, soll
die Modellarbeit auch eine Brücke in die Zukunft sein: Kunst und Mathematik sind seine Lieblingsfächer.
Sein Berufswunsch: Modellbauer

Quelle: Neue Presse

Ein herzliches Dankeschön für die Genehmigung (HAZ und die Neue Presse)